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Bail In: Im Krisenfall gehört Ihr Geld der Bank!

747 Milliarden Euro! Das ist die gewaltige Summe, die nach den Berechnungen des Transnational Institut die europäische Bankenkrise bisher gekostet hat. Um den Steuerzahler zu entlasten, gibt es anstelle von Bail Out seit 2013 das sogenannte Bail-In-Prinzip. Nur, ist dies für den Bürger besser?

2013 haben wir das Zypernmodell zum europäischen Gesetz gemacht. Konkret heißt das "aus Bail Out wurde Bail In".

 

Nun ja, soweit so unklar, denn was bedeutet dieses "Bail In" eigentlich für die Bürger?

 

Kurz gesagt wurde der Bankkunde im Jahr 2013 zum Gläubiger der Bank und muss für seine angeschlagene Bank mit 50 % seines Vermögens über 100.000 € haften.  Wunderbar nachzulesen ist das im §12KredReorgG. Darin steht, dass vorgesehene Kürzungen bis zu 100 % der Forderung gehen können und damit zum totalen Verlust von in Bank-Inhaberschuldverschreibung angelegtem Vermögen führen. Dies bedeutet nichts anderes, als das die Grenze von 100.000 € jederzeit herabgesetzt werden kann, falls ein Kreditinstitut "reorganisiert" werden soll.

 

Das bei der nächsten Krise ein "Bail Out" nicht mehr möglich ist, wird den Staaten und Politikern klar sein. Um die Steuerzahler zu schonen, verpflichtet man den Bürger und Sparer das sinkende Boot zu retten. Damit haftet jeder, der ein Konto bei einer Bank besitzt und Geld eingezahlt hat. 

 

Das "Giral-"Geld auf Deinem Konto gehört nicht Dir, dieses Geld gehört Deiner Bank. Erst wenn du es physisch in der Hand halten, es unter die Matratze stopfen, in den Tresor legen oder ausgeben kannst, gehört es Dir. Davor ist "Dein" Geld das Eigentum der Bank. Du als Sparer hast Deiner Bank lediglich einen sehr günstigen Kredit gegeben.

Wenn unser Finanzminister Herr Schäuble also sagt, dass für die Bankenrettung alle Gläubiger hervortreten müssen, sollten wir ihm sehr genau zuhören. Denn es heißt nichts anderes, als das jeder Bürger, der ein Konto besitzt und der Geld darauf eingezahlt hat, Gläubiger seiner Bank ist.

 

Momentan bekommst Du kaum bis keine Zinsen auf Deinem Konto oder zahlst sogar einen Strafzins. Schaust Du dir jetzt noch die Eigenkapitalquote Deiner Bank an, wirst du entdecken, dass sie im Bereich um 2 bis 7 % liegt. Es spricht also zur Zeit alles dagegen, Dein Geld auf dem Konto zu lassen. 

 

Mit unserem aktuellen Finanzsystem lässt der nächste Crash nicht lange auf sich warten:

 

Für jedes Unternehmen und jede Privatperson in einer freien Marktwirtschaft gehört Risiko und Haftung immer zusammen.

Ausgenommen davon ist eine einzige Branche und das ist die Finanzbranche. Banken und Versicherungen haben über Jahre hinweg Gewinne privatisiert und wenn es nicht mehr funktioniert, werden die Verluste sozialisiert und alle müssen haften.

Diese Ausnahme muss abgeschafft werden, wenn wir eine Änderung in der Finanzbranche haben wollen. Denn zur Zeit weiß die Finanzwelt: Wenn etwas schief geht, ziehen wir unsere Systemrelavanztrumpfkarte, erpressen die Politiker, erpressen die Steuerzahler und werden wieder mit Steuergeldern gerettet.

 

Bleiben wir also gespannt auf die Dinge die da noch kommen.

 

Lieber Gruß

Papier-zu-Gold.de

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